Datenterrorist
"Macht ist die Hölle auf Erden" - Astrid Lindgren _

.:: Copyright fürs digitale Zeitalter? ::.

"Der von der Bundesregierung geplante so genannte Zweite Korb der Novelle soll die bisherige Regelung für die Informationsgesellschaft fit machen.
[...]
Kopien von Musik oder Filmen zum privaten Gebrauch in geringer Zahl (auszugehen ist von etwa fünf Kopien) sind weiterhin erlaubt - allerdings nur solange bei der Erstellung kein Kopierschutz geknackt wird. Was genau als Austricksen eines Kopierschutzes zu bewerten ist, das lässt das Gesetz offen
[...]
Nicht mehr vorgesehen ist, dass Bibliotheken kostengünstig elektronische Kopien von Artikeln aus Fachzeitschriften über Dienstleister beziehen können. Der Kopienversand soll nur noch per Fax oder als grafische Datei per Mail zulässig sein, was die praktischen Nutzungsmöglichkeiten drastisch einschränkt. Weitere Einschränkung: Der Versand ist nur erlaubt, solange die Verlage kein eigenes elektronisches Angebot haben."

Quelle: Tagesschau

"Die Privatkopie

Eine durchsetzungsfähige Privatkopie gibt es immer noch nicht. Verbraucher dürfen immer noch nicht souverän mit kopiergeschützten Medien umgehen. Die analoge Privatkopie ist durchsetzbar, die digitale nicht. Verbraucherinteressen spielen hier keine Rolle. Stattdessen werden alte Geschäftsmodelle geschützt. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Ausser den Grünen, den Wissenschaftsverbänden und den Verbraucherzentralen hat sich leider niemand dafür interessiert.

Bekämpfung der Tauschbörsen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Bekämpfung der Nutzung von Tauschbörsen zum privaten und nicht-kommerziellen Kopieren von urheberrechtlich geschützten Werken sollten eigentlich schon im ersten Korb geschaffen werden. Allerdings machte man dort einen kleinen juristischen Formulierungsfehler, der jetzt korrigiert wurde. Bisher traute sich z.B. die Musikindustrie nur, den Upload von urheberrechtlich geschützten Werken in Tauschbörseb hinein (Bereitstellung) durch Massenabmahnungen zu bekämpfen. Durch die Änderung soll es jetzt auch möglich sein, den Download zu bekämpfen. Das Justizministerium hatte eine “Bagatellklausel” in den Gesetzesentwurf aufgenommen, damit junge Menschen nicht für den unerlaubten Download eines Songs strafrechtlich belangt werden können. Die Union hat sich aber zusammen mit der Lobby durchgesetzt und die Bagatellklausel ist raus.
[...]

Hochschul- und Forschungsbereich

Im Hochschul- und Forschungsbereich gibt es zwar jetzt teilweise klarere Regeln, ob sie aber in der Praxis anwendbar sind, bleibt äußerst fragwürdig. Die gesetzlichen Auflagen für öffentliche Bibliotheken schränken diese bei der Bereitstellung digitaler Medien in ihrer Zukunftsfähigkeit erheblich ein - die Informationsversorgung der Bevölkerung ist durch solche praxisfremden und bürokratischen Regelungen zukünftig schwerer zu gewährleisten. Durch die starke Beschränkung des Wissenszugangs — etwa für Schulklassen und Hochschulseminare - und die Privilegierung von Verlagsinteressen wird dem Selbstbestimmungsrecht der Wissenschaft und den Anforderungen von Ausbildung und Lehre nicht ausreichend Rechnung getragen. Schullehrer die zur Vor- oder Nachbereitung des Unterrichts Auszüge aus Schulbüchern nutzen, müssen dies jeweils vorab einzeln mit dem jeweiligen Schulbuchverlag klären, ansonsten verstoßen sie gegen das Recht. Studenten und Wissenschaftler müssen sich umstellen. Der bequeme Service von Subito, sich Artikel per Mail zuschicken zu lassen, wird die rechtliche Grundlage entzogen. Demnächst kommen Artikel dann wieder richtig modern und schnell mit der Post. "

Quelle: netzpolitik.org

posted at 11:44:42 on 07/06/07 by balle - Category: Politik

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